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MAZ 7.06.2013

Multikulti, multimedial

Freiherr-von-Rochow-Schule führte ein internationales Kulturprogramm auf / Weitere Informationen per Videowand

PRITZWALK – Im wahrsten Sinn des Wortes multikulturell war das Programm, das die Schüler und Schülerinnen der Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Oberschule in den vergangenen drei Tagen aufführten: Tänze und Theater gab es, Musik und vor allem: jede Menge Information.

Das war in erster Linie der Schülerfirma „Event“ geschuldet: Deren Mitglieder begleiteten das Programm mit zusätzlichen Informationen in Form von Präsentationen rund um die Programmpunkte, die auf der Bühne geboten wurden.

Und so konnten die rund 260 Gäste am Mittwoch beispielsweise die Geschichte des so genannten „Gummistiefeltanzes“ erfahren, den die Jugendlichen auf der Bühne zeigten. Der stammt aus Afrika und wurde von den Bergbau-Arbeitern inSüdafrika erfunden: Seit etwa 1880 tanzten die schwarzafrikanischen Arbeiter in den Goldminen um Johannesburg aus Protest gegen ihre katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Damit war der Tanz Reaktion auf die rassistische Unterdrückung der Apartheid – und auf die hemmungslose Ausbeutung schwarzer Arbeitskraft.

Andere Theorien besagen, dass auch russische Seeleute im Hafen von Durban (Südafrika) den Tanz aufgeführt hätten: Angeblich sollen sie damit den Afrikanern statt der nicht erwünschten Stammestänze das bayrische Schuhplatteln haben beibringen wollen.

Auf alle Fälle aber gilt der Tanz als Vorläufer des mordenen Stepptanzes – und damit auch der Steppaerobic, die an der Rochowschule auch in Arbeitsgemeinschaften geübt wird.

In einem Theaterstück dagegen thematisierten die Jugendlichen die kulturellen Unterschiede zwischen der Türkei und Deutschland. Einerseits, so die Bilanz der szenischen Darstellung, dürfen deutsche Urlauber in der Türkei zwar wesentlich freizügiger herumlaufen, aber auch in Deutschland gibt es durchaus Tabuzonen, die man am Badestrand nicht missachten sollte.

Das Stück hatten die Rochowschüler zuvor bereits bei einem Theaterwettbewerb in Mecklenburg aufgeführt: Auch dieser hatte unter dem Motto „multikulti“ gestanden. teilnehmen konnte die Pritzwalker Oberschule an dem mecklenburgischen Wettbewerb, da sie bereits seit einigen Jahren eine Kooperation mit dem Landestheater Mecklenburg-Vorpommern in Parchim unterhält.

Nordamerika, und das karibische Kuba waren weitere Stationen auf der kulturellen Reise, die die Rochowschüler mit ihrem zahlreich erschienenen Publikum unternommen hatten.

Zwischen 70 und 100 Akteuren standen auf der Bühne, wie viele es genau waren, wissen das nicht einmal die Lehrer mehr genau: Tänzer und Tänzerinnen, Solo-Musiker und Ensembles, ein Chor und diverse Theaterdarsteller. Zudem hatte so mancher der Jugendlichen auch zwei Rollen eingenommen – etwa im Schulchor und auf der Tanzfläche. dennoch hatten längst nicht alle mitmachen können, die es eigentlich gewollt hätten.

Die erste Aufführung fand vor den Pritzwalker Grundschulen statt: Gut 100 Schüler und Schülerinnen waren der Einladung der Oberschüler gefolgt und hatten die Revue gesehen. Sowohl am Mittwoch wie gestern, am Donnerstag, hatte die Schule zunächst lediglich mit 200 Gästen gerechnet. Die Stühle reichten allerdings nicht aus, so dass 60 weitere Sitzgelegenheiten benötigt wurden. (Von Claudia Bihler)

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