Achtklässler der Pritzwalker Oberschule präsentieren Ergebnisse ihres Kulturbildungsprojektes

Flott tanzten die Hip-Hop-Mädchen nach den heißen Rhythmen, die die Jungs vom DJ-Team einspielten.
Fotos: Ulrich Fischer

PRITZWALK “Das ist Wahnsinn, das sollten wir jedes Jahr an unserer Schule machen”, sagte ein Mädchen aus der Klassenstufe 8 und huschte vorbei. Sie gehörte zu den Hip-Hop-Tänzerinnen, die gleich an der Reihe waren. Gerade hatten die Rapper ihren Sprechgesang beendet – die Zuschauer sparten nicht mit Applaus und anfeuerndem Gejohle. Ihre Darbietung war nur eine von vielen gestern in der großen Turnhalle der Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Oberschule: 130Mädchen und Jungen aus den fünf 8. Klassen präsentieren rund eineinhalb Stunden lang die Ergebnisse ihrer intensiven Arbeit in verschiedenen Kunstworkshops seit vergangenem Montag. Es war die erste Aktionswoche und Veranstaltung dieser Art an der Freiherr-von-Rochow-Oberschule. Seit über fünf Jahren beteiligt sich die Schule an der “Initiative Oberschule” mit Projekten zur Berufsfrühorientierung. “Erstmals bekamen wir in diesem Jahr so ein Kulturbildungsprojekt gefördert”, berichtet Schulleiterin Gisa Michaelis. Die Schüler konnten unter verschiedenartigen Workshops auswählen, in denen sie künstlerisch tätig sein wollten. Unterstützung gab es seit Montag von Sozialarbeiter Benny Blatz und seinem Anleiterteam vom Sozialpädagogischen Instituts Berlin sowie Schulsozialarbeiterin Eike Neumann von der Berlin-Brandenburgischen Landjugend (BBL), die das “Schwarzlichttheater” betreute. Besonders groß war der Andrang von Jungen zum Graffiti-Workshop. “Wir mussten die Zahl auf 20 beschränken, konnten dann aber viele für den Rap-Kurs gewinnen”, sagt Benny Blatz. In der Show gestern begeisterten die Rapper die zuschauenden Schüler anderer Klassenstufen und Eltern mit ihren selbst geschriebenen Songs. Die Ergebnisse der Graffiti-Künstler konnten ringsum in der Turnhalle auf Tafeln und Malblättern bewundert werden sowie auf dem Schulhof.

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Der Hip-Hop-Workshop war Domäne der Mädchen. Wie bei den anderen Gruppen war das Publikum beeindruckt, was nach so kurzer Probenzeit geboten werden konnte. Die aktionsreichen Tänzerinnen bekamen immer wieder Zwischenapplaus, Zugabe-Rufe wurden laut.

Eine “gemischte Truppe” waren die Breakdancer. Die Mädchen und Jungen zeigten tolles Rhythmusgefühl und trotz der großen Gruppe ein einheitliches Tanzbild mit artistischen Einlagen.

Nicht alle Arbeitsgruppen konnten die Workshop-Ergebnisse aus technischen Gründen oder aufgrund der spezifischen Aufgabe “live” vorstellen. Für das “Schwarzlichttheater” hätte die Turnhalle komplett abgedunkelt werden müssen. Doch auch der gezeigte Kurzfilm ließ schon ahnen, welch tolles Erlebnis es sein muss, einer echten Vorstellung beizuwohnen. Die schwarzgekleideten “unsichtbaren” Darsteller schufen mit ihren im Speziallicht fluoreszierenden Utensilien zu entspannenden Sphärenklängen die traumhafte Vorstellung eines Blumenmeeres, eines Sternenreigens, einer bunten Unterwasserwelt oder eines Händeballetts. Flott ging es zu beim Cancan von Stiefeln, Handschuhen und Masken.

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Was man alles erleben kann, wenn man als Tourist vom Pritzwalker Bahnhof Nikolaikirche, Bibliothek oder Kulturhaus aufsucht, konnte man nicht sehen, aber hören. Die Gruppe “Audioguide”stellte einige ihrer aufs Band gesprochenen “Stadtführer für heisse Ohren” vor.

Videofilmer hatten alle Workshops begleitet und verdeutlicht, mit wieviel Energie und Spaß die Schüler zur Sache gingen.

Für die Beschallung und Musik während der Präsentation der Kunstprojekte sorgte das Team vom Workshop Diskothek. In Tanzpausen zeigten die Plattenaufleger, dass sie die jungen Leute in der Turnhalle durch die richtige Musikauswahl schnell zum ausgelassenen Abrocken bringen konnten – und zur Pop-Polonaise.

Dass es für so ein Projekt nächstes Jahr wieder so eine umfangreiche Förderung gibt, ist eher unwahrscheinlich. “Wir könnten ja versuchen, unsere Künstler vor Ort dafür zu gewinnen”, sagt Gisa Michaelis.

Von Ulrich Fischer

 

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