PRITZWALK - „Jetzt ist mir das Schlimmste passiert, was einem in der Schule passieren kann“, sagte gestern Landrat Hans Lange in seiner Begrüßungsrede anlässlich der Feier zum 30-jährigen B

estehen der Schule, die heute als Ganztags-Oberschule Freiherr-von-Rochow-Schule heißt: „Ich bin zu spät gekommen.“ Seine Entschuldigung war allerdings mit

so viel Charme vorgetragen, dass ihm vermutlich der Eintrag ins Klassenbuch erspart bleiben würde, den Schulleiterin Gisa Michaelis schmunzelnd erwähnte. Und so verzichtete Lange auch getrost darauf, den Bauhelm auszusetzen, den ihm die Schule bereits zur Verfügung gestellt hatte. Weniger allerdings wegen der Gefahr, die einem Zuspätkommer dort droht, sondern als Symbol. „Solange es diese Schule gibt, wird hier gebaut“, sagte Gisa Michaelis, „an den Gebäuden, aber auch an der Schulform.“

Als die Schule vor 30 Jahren den Unterricht aufnahm, machten sich Schüler und Lehrer der im Volksmund „Ottoschule“ genannten Otto-Grotewohl-Schule innerhalb kurzer Zeit vor allem einen Namen durch ihre Leistungen in Sport und Mathematik. Mit der Wende wurde aus der einen „Polytechnischen Oberschule“ dann eine Grund- und eine Realschule. Von da an waren fast ständig Baubetriebe präsent: In den vergangenen Jahren wurde eine Komplettsanierung und Erweiterung durchgeführt, etwa mit der Pausenhalle, der Turnhallen-Sanierung, dem Sportplatz und aktuell mit der Erweiterung durch eine Gymnastikhalle.

Doch alleine auf Stein und Mörtel ließen sich die „Bauarbeiten“ nicht begrenzen. In seiner Festrede beschrieb der Ex-Kreisschulrat Peter Hubatsch, welche Wirren und Wandel die Schule auf dem Weg von der POS zur heutigen Oberschule durchmachte: Unter insgesamt fünf Ministern wechselte insgesamt drei Mal die Schulform. Richtig erkannt habe die Schulleiterin vor allem auch, dass sowohl der Ganztagsbetrieb wie auch die Ertüchtigung des Gebäudes für die Integration körperbehinderter Schüler für den Fortbestand der Schule wichtig gewesen sei. Als wichtige Leistung stellten beide Redner heraus, dass sich die Rochowschule im vergangenen Jahr eine Auszeichnung als „Schule mit herausragender Berufsorientierung“ erworben habe.Landrat Hans Lange richtete demzufolge auch eine Aufforderung an Gisa Michaelis: „Hören Sie in gewissem Sinne nie auf zu bauen, denn ständige Anpassung an Erfordernisse und Zeichen der Zeit ist zwar anstrengend. Aber sie ist für die Nachhaltigkeit und der Qualität der Schule auch ganz wesentlich.“

Schüler und Schülerinnen führten die Gäste dann in einem Programm durch die 30 Jahre der Schulgeschichte. das Programm wird heute anlässlich des Tages der offenen Tür noch einmal wiederholt. (Von Claudia Bihler)

BILDUNG: Jubiläum an der Rochowschule 30 Jahre Geschichte in der Turnhalle

PRITZWALK - Zu einem großen Fest öffnet die Pritzwalker Freiherr-von-Rochow-Oberschule am 19. März ihre Türen für Besucher. Dann nämlich wird die Bildungseinrichtung 30 Jahre alt.

Als am 1. März 1980 eine neue Schule in Pritzwalk eröffnet wurde, war das ein bedeutendes Ereignis für die ganze Stadt. Im Wohngebiet Nord gab es sehr viele Kinder, zahllose junge Familien brauchten neben Kinderkrippe und Kindergarten eine Schule in Wohnortnähe. So entstand eine zehnklassige, allgemein bildende Oberschule, die unter der Leitung von Maria-Luise Strauch mit je zwei Parallelklassen die Schüler bis zum Abschluss der 10. Klasse führte. Überwiegend junge Lehrerinnen und Lehrer, aber auch viele Absolventen der Hochschulen und Universitäten nahmen hier ihre Arbeit auf. Schließlich erhielt die Schule den Namen des ersten DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl, was im Volksmund schnell zu „Otto-Schule“ wurde.

Gesellschaftliche Veränderungen zeigten sich nicht zuletzt im Schulwesen deutlich. Im Schulhaus entstanden nach 1990 zwei eigenständige Schulen, eine Grundschule unter der Leitung von Siegrun Abel und eine Realschule unter der Leitung von Gisa Michaelis. Auch Verantwortlichkeiten änderten sich. Die Grundschule wurde von der Stadt übernommen, die Realschule vom Kreis. Sinkende Schülerzahlen veränderten die Schullandschaft, manche Schule musste schließen.

An der Realschule gab es dagegen behindertengerechte Umbauten und ein Ganztagskonzept, dem Sanierungsmaßnahmen untergeordnet wurden. Heute ist die Rochowschule eine moderne Bildungsstätte für alle Schüler, die den Abschluss der 10. Klasse anstreben.

Anlässlich des 30. Jahrestages lädt die Schule alle ehemaligen Schüler und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen ein, das Jubiläum gemeinsam zu begehen. Die Schule öffnet am Freitag, 19. März, ab 14 Uhr ihre Türen. Dann gibt es die Möglichkeit einen Rundgang zu machen und Erinnerungen auszutauschen. Ab 16.30 Uhr wird für alle Interessenten ein Programm zu „30 Jahren Schulgeschichte“ in der Turnhalle gezeigt.

Die Schule bittet darum, dass alle Leser diese Informationen weitergeben sollen, da in Anbetracht der Fülle von Ehemaligen nicht gewährleistet ist, dass jeder erreicht werden könne. (MAZ/cb)

 

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